63. Mündener Gespräche

Frieden durch soziale Gerechtigkeit

   Nach dem Ende des Kalten Krieges zwischen Ost und West im Herbst 1989 schien eine Epoche des Friedens anzubrechen. Inzwischen gibt es jedoch mehr Kriege als zuvor - nicht mehr nur zwischen Staaten, sondern auch unüberschaubare Bürgerkriege mit mehreren Fronten. Widerstreitende geopolitische Interessen großer und mittlerer Mächte lassen Syrien, den Jemen und andere Länder mit ehemals blühenden Kulturen in Gewalt, Terror und Ruinen versinken.

   Weltweit werden irrsinnige Summen für die Produktion und den Export von immer raffinierteren und „effizienteren“ Rüstungsgütern ausgegeben. Wie viel sinnvoller wäre es stattdessen, diese Mittel und die menschliche Intelligenz für eine Kriegsursachenforschung und für die Erforschung von Wegen einzusetzen, die von Gewalt und Krieg zu einem Frieden zwischen den Menschen, den Völkern und mit der Natur führen!

   Doch davon sind wir noch sehr weit entfernt. Ganz zweifellos ist es verdienstvoll, den Export von Rüstungsgütern anzuprangern und sich für Abrüstung einzusetzen, wie es die Friedensbewegung tut. Aber das reicht nicht, um von struktureller und offener Gewalt zu friedlichen Verhältnissen zu gelangen. Seit alters her wissen oder ahnen Menschen, dass der Frieden sich erst - wie es der Prophet Jesaja ausdrückte - als „Frucht der Gerechtigkeit“ ausbreiten kann. Friedensarbeit muss also die Suche nach den Strukturen von sozialer Gerechtigkeit einschließen und eine Klärung darüber anstreben, wie alle Menschen auf dieser Erde einen gleichberechtigten Zugang zu den bislang umkämpften Ressourcen bekommen und auf dieser Grundlage ihre wirtschaftlichen Beziehungen gerecht ordnen könnten.

   Um den Gesamtzusammenhang von aktuellen Kriegsgeschehnissen, von der Utopie eines gerechten Friedens und von gewaltfreien Lösungen der vorläufig noch weiterbestehenden Konflikte soll es bei dieser Tagung gehen. Wir laden Sie herzlich ein zum Zuhören und aktiven Mitdenken.

Das Programm:

SAMSTAG, 23. MÄRZ 2019 

09.15 Uhr  Begrüßung und Einführung in die Tagung
Dipl.-Volksw. Ass.jur. Jörg Gude 

09.30 Uhr  Die Konfliktregion Naher und Mittlerer Osten - Hintergründe und Perspektiven 
Clemens Ronnefeldt, Freising, Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des internationalen Versöhnungsbundes
 
10.45 Uhr  Kaffeepause

11.00 Uhr  Betrachtungen der Internationalen Politik an den Beispielen Libyen und Syrien
M.A. Andreas Barke, München

12.30 Uhr  Mittagspause

14.30 Uhr  Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert - Risiken und Strategien
NN (Junge Offiziere der Bundeswehr, Köln - angefragt) 

16.00 Uhr  Kaffeepause
 
16.30 Uhr  Sozialphilosophische Betrachtungen zu Krieg und Frieden
Fritz Andres, Seminar für freiheitliche Ordnung, Bad Boll, und
1. Vors. der Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung, Kirn/Nahe

18.00 Uhr  Abendpause

20.00 Uhr  Frieden durch soziale Gerechtigkeit - Die friedenspolitischen Auffassungen des Sozialreformers Silvio Gesell 
Werner Onken, Dipl.-Ökonom, Oldenburg

SONNTAG, 24. MÄRZ 2019

09.15 Uhr  Wege zum Frieden - Aus der Praxis einer internationalen Friedensorganisation
Oliver Knabe, Vorstandsvorsitzender des forumZFD - Forum Ziviler Friedensdienst, Köln

10.15 Uhr  Kaffeepause

10.45 Uhr  Diskussion zum Vortrag und zusammenfassendes Rundgespräch

12.30 Uhr  Ende der Tagung

Information & Programm als PDF-Download:

63.MueGe_Programm.24119.pdf (43,3 KiB)

Anmeldung:

Ausführliche Informationen zur Anmeldung und ein Online-Formular:  https://goo.gl/2tqVfd

Veranstaltungsort:

Silvio Gesell Tagungsstätte, Schanzenweg 86, 42111 Wuppertal

Informationen zur Tagungsstätte:  http://www.silvio-gesell-tagungsstaette.de/

Wegbeschreibung: http://lernort-wuppertal.de/anfahrt