Standpunkt: Euro und Griechenland

Die Euro-Krise ist u.a. ein Resultat fortwährender Außenhandelsungleichgewichte, die nicht zuletzt auf die deutsche Lohnpolitik zurückzuführen sind: Fast zwei Jahrzehnte Lohnzurückhaltung deutscher Arbeitnehmer haben zu immerfort steigenden Überschüssen in der Außenhandelsbilanz geführt. Diese ersetzen die stagnierende deutsche Inlandsnachfrage. Die Staaten der europäischen Peripherie sind nicht nur hinsichtlich der Qualität, sondern auch bezüglich der Kosten nicht mehr konkurrenzfähig. Die Möglichkeit einer Wechselkursanpassung, um ihre Waren wieder billiger zu machen, wurde diesen Staaten durch den Euro genommen. Die betreffenden Staaten sollten daher aus dem Euro wenigstens vorübergehend austreten. Dies sollte mit einem Schuldenschnitt verbunden werden. Die Politik betreibt zur Zeit eine Konkursverschleppung auf Kosten künftiger Generationen. Wirtschaftliche Vernunft muss an die Stelle politischen Prestigedenkens treten, das den Europagedanken zur Zeit gefährdet.


Literatur:
E. Behrens, Hat sich der Euro bewährt? – Eine Zwischenbilanz,
in: Zeitschrift für Sozialökonomie 143, Dez. 2004, online:
http://www.sozialoekonomie-online.de/ZfSO-143_Behrens.pdf


Referenten:
Dipl.-Vw., Ass. iur. Jörg Gude
Dipl.-Kfm. Thomas Betz
Prof. Dr. Dirk Löhr


Anfragen bei:
Prof. Dr. Dirk Löhr – dr.dirk.loehr@gmail.com

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